Am auswärtigen Amt vorbei

Althoffs Ziel war es, die Qualität der deutschen Hochschulen zu verbessern und sie an die veränderten Anforderungen des Industriezeitalters anzupassen. Über die allgemeine Förderung hinaus verstand er es, hervorragende Wissenschaftler an deutsche Universitäten zu binden. Robert Koch, Emil von Behring und Paul Ehrlich verschaffte er jeweils eigene Institute. Wissenschaftler wie Adolf von Harnack oder Max Planck ließ er auf herausgehobene Lehrstühle berufen.

Er verfolgte eine internationale Kultur- und Wissenschaftspolitik jenseits des Auswärtigen Amtes. Ab 1893 zeigten sich die Erfolge Althoffs. Sie führten zu den Teilnahmen an den Weltausstellungen in Chicago und später in St. Louis. Althoff brachte mit amerikanischen und europäischen Universitäten den Austausch von Professoren und Studenten auf den Weg.

Diesen finanzierte er mit Mitteln des Berliner Bankiers Leopold Koppel sowie des Ruhr-Industriellen Friedrich Alfred Krupp. Er hielt den Gelehrten-Austausch für „das meistversprechende Mittel, die friedliche und verständnisvolle Annäherung der Völker zu fördern“. Er glaubte daran, „einer wahren Weltzivilisation den Weg zu bahnen. Mit diesem neuen Kulturbindemittel werden wir dem Weltfrieden und der Weltkultur eine feste Grundlage geben.“

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