Von Dinslaken in die Welt

Dinslaken - Straßburg - Berlin

Studium und Ausbildung

Von 1856 bis 1861 studierte Althoff Rechtswissenschaften in Bonn. Nach eigenem Zeugnis hielt er „stetige Beziehungen zum Carcer“. Im Wintersemester 1857/58 studierte er in Berlin. Wegen „Renitenz und Verhöhnung der Pedelle und Polizeibeamten“ musste er das Studium dort abbrechen. Der Universitätsrichter hatte ein Stiftungsfest der Vandalen verboten, Althoff  -von dem Verbot nichts wissend- hatte darin eine Einschränkung der Studentischen Freiheit gesehen und war heftig prügelnd gegen die Obrigkeit vorgegangen. Er wurde zu einer vierzehntägigen Karzerstrafe verurteilt. Nur mit Mühe wurde er in Bonn wieder aufgenommen.

1861 legte er das erste Staatsexamen ab und arbeitete an rheinischen Gerichten und am Berliner Kammergericht als Auskulator und Referendar. 1869 legte er das Examen mit dem außergewöhnlichen Prädikat „sehr gut“ ab. Danach arbeitete er am königlichen Landgericht Bonn.

Die Strassburger Zeit

1871 trat Althoff als Justitiar und Referent für Kirchen- und Schulsachen in die Straßburger Verwaltung ein, obwohl er zu dem Zeitpunkt Hochschullehrer werden wollte. Bei Franz von Roggenbach, dem damals besten preußischen Verwaltungsfachmann, lernte Althoff nahezu alles kennen, was der Ausbau der deutschen Verwaltung in den neuen Reichslanden Elsaß-Lothringen erforderte. Er war maßgeblich an der Gründung und dem Aufbau der Universität Straßburg beteiligt. Dort lehrte er ab 1872 französisches und  modernes Zivilrecht.

In seiner Straßburger Zeit liegen die Anfänge des „Systems Althoff“.

Zitat: 1887 schrieb der Reichsstatthalter von Elsaß-Lothringen, Fürst Hohenlohe verärgert :

„Dieser Althoff, der sich in alles mischt, was ihn nichts angeht, dieser Intrigant unter der Maske eines biederen westfälischen Bauern, der feine Fäden zu ziehen weiß, und der die ganze hohe und höchste Beamtenwelt in Berlin in die Tasche steckt, dieser Mensch will natürlich auch hier regieren…“

Von Strassburg nach Berlin

Dank seiner Ressortgrenzen überschreitenden Arbeitsweise gewann er in Straßburg soviel Einfluss, dass er dem Statthalter unbequem wurde. Doch bevor er ging, hatte Althoff ein Abkommen mit der Regierung von Elsaß-Lothringen geschlossen, das ihm weiterhin Einfluss auf die Berufungspolitik der Reichsuniversität Straßburg sicherte.

In Berlin beschäftigte Althoff sich nicht nur mit Unterrichts- und Universitätsfragen, sondern ebenso sehr mit Rechtsproblemen, Finanzfragen, Steuerprojekten und Selbstverwaltungsproblemen. Sein besonderes Anliegen war die Förderung der Medizin und die Verbesserung der technischen Ausbildung, wie sie die moderne Industriegesellschaft benötigte. Nach seinem Tod wurden seine Aufgaben in vier selbständige, unabhängige Abteilungen aufgeteilt.

Bis zu seinem Ausscheiden war das Kultusministerium von seinem Weitblick, seiner Arbeitsleistung, seiner Durchsetzungsfähigkeit sowie seiner reichen Erfahrung geprägt.

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